Auf einen Schnack mit Frau Ines

„ohne kitsch und ohne bunte träume
ohne mexikanische lebensfreude
ohne kokolores und schabernack
oder einem hauch von rotem nagellack
ohne illustration und design
… das leben wär nicht mein.“

So beschreibt sich Frau Ines auf ihrer Website. Wer sich hinter dem Hamburger Design Label versteckt und was es mit den Totenkopf-Illustrationen auf sich hat, dass verrät uns die Designerin Ines Häßler jetzt selbst.

frau ines

Foto: Frau Ines

Wer bist du? Seit wann bist du in Hamburg? Was ist dein Beruf?
Ich bin Ines und komme gebürtig aus Aschaffenburg. Mit 18 war ich das erste Mal in Hamburg und wusste sofort, hier will ich mal leben. Doch erst habe ich in Darmstadt Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Illustration studiert. Nach meinem Studium bin ich dann aufgrund eines Jobangebots in den Norden gezogen und seit 2011 glückliche Wahlhamburgerin.

Wie ist „Frau Ines“ entstanden?
Neben meiner Festanstellung habe ich in meiner Freizeit schon immer viel Kreatives gemacht und war sogar an Wochenenden auf Designmärkten unterwegs. Die Illustrationen zum „Dia de los Muertos“ faszinieren mich schon seit meiner Diplomarbeit. Als Ich auf mal wieder auf dem Flohmarkt zum Bummeln war, kam mir die Idee mit den Tellern. Vor zwei Jahren habe ich dann gekündigt und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, was ich bis heute nicht bereue. 🙂

frau ines

Foto: Frau Ines

Wo holst du dir die Inspiration für deine Illustrationen?
Meine Inspiration ist der Dia de los Muertos, was auf Deutsch „Tag der Toten“ bedeutet. Es ist eines der bedeutendsten Feiertage in Mexiko. Die Mexikaner sehen den Tod als Teil des Lebens und feiern am 1. und 2. November ein riesiges Fest um ihre Verstorbenen zu ehren. Dabei wird die ganze Stadt mit Blumen geschmückt und für die Verstorbenen wird ihre Leibspeise gekocht. Deswegen auch die Idee mit den Tellern. Mein größter Traum wäre es einmal den Dia de los Muertos in Mexiko zu feiern.

Was ist das Besondere an deiner Kunst?
Die Teller kaufe ich alle gebraucht vom Flohmarkt und von Haushaltsauflösungen. Dann entwerfe ich die Illustration und brenne sie in meinem Keramikofen auf das Porzellan – also alles handgemacht. Doch das Besondere sind die Illustrationen selbst. Der Tod ist in unserer Gesellschaft ein Tabu-Thema. Meine Zeichnungen sollen den Umgang mit dem Tod einfacher machen. Das Porzellan selbst vermittelt schon einen spießigen Eindruck. Doch in Kombination mit meinen Illustrationen wirkt es makaber und kitschig – etwas völlig Neues entsteht.

Frau Ines

Foto: Frau Ines

Wo in Hamburch kann man deine Produkte kaufen?
Neben den Porzellan-Illustrationen gibt es mittlerweile auch Geschenkpapier und Postkarten im „Frau Ines“-Style. Die Sachen bekommt Ihr entweder bei Herr Max, in der Kunsthaltestelle, bei mir im Atelier im Vergizzmeinnicht oder online in meinem DaWanda Shop. Schaut gerne mal vorbei. 🙂

Was sind deine „Typisch Hamburch“-Tipps?
Ich liebe die Hamburger Flohmärkte. Außerdem gehe ich gerne mittwochs zwischen 11 und 16 Uhr zur „Happy Hour“ in den Kleidermarkt und kaufe gerne Blumen in einem kleinen Blumenladen in der Schanze.

Vielen Dank für das Interview!

Über Kati

Im Januar 2014 habe ich das Projekt „Typisch Hamburch“ ins Leben gerufen. Seitdem bin ich täglichen in der schönsten Stadt der Welt unterwegs, um über einzigartige Hamburch-Dinge zu berichten.

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