Nu mal Butter bei die Fische: Wird in Hamburch noch hamburgisch geschnackt oder ist der flapsige Dialekt dem Hochdeutschen mittlerweile beinahe komplett gewichen?

Worte wie Bagalut, Kaventsmann oder Schisslaweng begegnen mir persönlich im normalen Alltag überhaupt nicht mehr. Tatsächlich habe ich das Gefühl, das wir – mich selbstverständlich eingeschlossen – in Hamburg absolutes Hochdeutsch sprechen. Deutsche Sprachforscher bestätigen diese Annahme und sehen die Dialekte in Deutschland sogar als bedroht an. Für das „aussterben“ der Mundart wird meist die Schule als Grund oder zumindest als einer der Gründe angegeben, denn dort wird schließlich Hochdeutsch gesprochen und gelehrt. Zudem sollen insbesondere in Großstädten die Dialekte nach und nach verschwinden. Möglicherweise, weil dort eine größere, buntere Mischung an unterschiedlichen Menschen zusammenkommt, als auf dem Land.

Hamburg_Elbphilharmonie

Klaun, klaun, Äppel wüllt wi klaun…

Früher war ich mir ganz sicher, dass ich keinen Hamburger Dialekt habe und auch sonst absolut hochdeutsch spreche – bis mir eine Freundin aus Baden-Württemberg stammend die Augen öffnete. „Was hast du gesagt? Wir gehen auf den Swutsch? Was ist denn das“, fragte sie mich damals genauso verblüfft, wie ich sie, als sie von ihrer Gedel (Patentante) erzählte. Da dämmerte mir, dass sich wohl einige hamburgische Wörter doch fest in meinem Sprachgebrauch verankert hatten, von denen mir nicht mal bewusst war, dass diese außerhalb Hamburgs oder Norddeutschlands ungewöhnlich sind. Deshalb habe ich mich ein wenig umgehört und andere Hamburger um ihre Meinung gefragt.

„Ich glaube nicht, die Anzahl der Menschen, die einen Hamburger Dialekt haben, in den letzten Jahren weniger geworden ist. Ich schnappe das Gesabbel schon öfter auf, wenn ich unterwegs bin. Gerade erst vor ein paar Wochen war ich in der Bahn unterwegs und hörte zufällig, wie sich zwei junge Frauen mit Migrationshintergrund unterhielten – und zwar mit Hamburger Slang. Echte Hamburger Deerns eben. Was das Plattdütsch angeht, denke ich allerdings, dass dies tatsächlich immer weniger gebraucht wird. Auch das spitz ausgesprochen S ist zugegeben etwas aus der Mode gekommen, aber das R vor Vokalen wird immer noch gerollt.“ Thomas, 65 Jahre

Alter Elbtunnel Hamburg

„Phu, das ist wirklich schwer zu sagen. Mir wird häufig sowohl von Hamburgern als auch von Nicht-Hamburgern gesagt, dass ich einen tollen Hamburger Akzent habe. Auch ansonsten höre ich schon noch wie mit Hamburger Dialekt gesprochen wird. Allerdings würde ich schon sagen, dass die meisten dieser Menschen schon älter sind, also ab 40 Jahren aufwärts. Leute in meinem Alter, die auch so schnacken, kenne ich kaum.“ Luca, 25 Jahre

Richtig totzukriegen ist der Hamburger Dialekt also wenn man die Einwohner selbst fragt nicht – und das ist auch gut so!