Hans von Hinz & Kunzt

Niemand kennt Hamburgs Straßen besser, als diejenigen, die ihr tägliches Leben dort verbringen. Deswegen möchte ich Euch heute Hans – ein Verkäufer des Hamburger Straßenmagazins „Hinz & Kunzt“ vorstellen. Fast jeden Morgen begegne ich dem Wahl-Hamburger auf meinem Weg ins Büro, denn sein Stammplatz ist die Edeka Filiale am Großneumarkt. Was er hier schon alles erlebt hat, das verrät er uns jetzt im Interview.

Wer bist Du? Seit wann bist Du in Hamburg? Erzähl mal von Deinem Job.
Ich heiße Hans und lebe seit den 80er Jahren in Hamburch. Ich habe zwei Berufe erlernt, Installateur und Handelskaufmann. In meinem Leben hatte ich schon viele Jobs und war sogar auch mal selbstständig. Zusammen mit einem Freund hatte ich ein Restaurant in der Langen Reihe eröffnet. Doch das lief nicht so richtig und wir mussten es nach einiger Zeit wieder schließen.

Wie bist du Hinz & Kunzt Verkäufer geworden?
Ich bin jetzt seit 5 Jahren bei Hinz & Kunzt. Angefangen hat es, als ich mit meiner damaligen Freundin zusammengezogen bin. Nach zwei Wochen wollte sie zurück zu ihren Ex und warf mich aus der Wohnung. Aus dem Ganzen wurde später ein großer Rechtsstreit und weil es mir damals finanziell schlecht ging, bin ich zu Hinz & Kunzt gegangen, die mir diesen Job gaben.

Wie sieht Dein Alltag aus?
Kurz nach 6.00 Uhr mache ich mich auf den Weg zu Edeka, um hier bei der Wareneinsortierung zu helfen. Wenn der Markt für Kunden geöffnet wird, verkaufe ich das Hamburger Straßenmagazin an der Tür und passe auf, dass keiner klaut. Schon über 50 Diebe habe ich dabei erwischt. Seitdem ich hier bin, traut sich kaum einer mehr, denn ich habe den Schwarzen Gürtel. 😉 Wenn nicht viel los ist, dann gehe ich nach Hause und komme abends nochmal wieder, um im Laden zu helfen.

Warum hältst du den Leuten jeden Morgen die Eingangstür auf?
Das ist für mich selbstverständlich. Ich bin so erzogen worden. Für mich sind alle Menschen gleich und ich finde, dass man zu allen freundlich sein sollte. Denn, wenn jeder auf seine Handlungen Acht gibt und dem anderen mit etwas Rücksichtnahme entgegnet, ist das Leben viel schöner, oder? 🙂

Was ist dein größter Wunsch?
Ich wünsche mir, dass die Menschen hier in Hamburg besser miteinander leben und nicht gegeneinander! Hamburg ist eine schöne Stadt, aber man muss auch auf die Missstände aufmerksam machen und diese bekämpfen.

Zum Schluss: HSV oder St. Pauli?
St. Pauli! Weil sich der Verein gegen Rechts und Rassismus einsetzt!

Über Kati

Im Januar 2014 habe ich das Projekt „Typisch Hamburch“ ins Leben gerufen. Seitdem bin ich täglichen in der schönsten Stadt der Welt unterwegs, um über einzigartige Hamburch-Dinge zu berichten.

1 Kommentar

  1. knightlyart sagt:

    Ein sehr beeindruckendes Interview!
    Danke dafür, lieber Hans und liebe Kati!
    Herzliche Grüße,
    Kirsten

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