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Die Leiden eines Hamburg Pendlers

Wartezeiten, Ausfälle und Ärgernisse eines Hamburg Pendlers

Puh, Frederike hat uns ganz schon zu schaffen gemacht. Ihr wisst schon, das Sturmtief vom letzten Donnerstag. Aber bereits am Mittwoch hatte die Bahn (zumindest bei mir) mal wieder so einige Probleme. Die typischen Leiden eines Pendlers eben…

Pendeln Lübeck <-> Hamburg 3 Monate

Seit November 2017 pendle ich jeden Tag von Lübeck nach Hamburg. Eigentlich ist Strecke wirklich angenehm, weil ich es im Anschluss vom Hamburger Hbf auch nicht mehr weit zur Arbeit habe. Doch bereits zwei Mal kam ich nach Arbeit abends nicht mehr zurück nach Hause, weil „vielleicht ein Baum auf die Gleisen fällt“ oder etwas Schnee fiel. Während ich so auf den Zug wartete, im Zug festsaß oder in Hamburg blieb, hatte ich etwas Zeit meine Erlebnisse festzuhalten.

Mittwoch 17. Januar 2018 

Am Mittwoch machte ich mich gegen 15 Uhr auf den Weg zur Bahn. Der Zug kam pünktlich, ich suchte mir einen Platz und arbeitete ein wenig an meinem Laptop. Normalerweise gucke ich während der Bahnfahrt immer Netflix, aber ausnahmsweise heute hatte ich mein Tablet nicht dabei.

Der Nächste planmäßige Halt sollte in Ahrensburg sein. Kurz nachdem wir dort angekommen waren, kam eine Durchsage:

Der vor uns liegende Streckenabschnitt ist derzeit gesperrt. Wir wissen noch nicht wann es weitergehen wird.

Im ersten Moment dachte ich mir nichts dabei, denn selbst als Pendler-Neuling wusste ich, dass solche Durchsagen keine Seltenheit sind. Ungefähr alle 5-10 Minuten wiederholte der Bahnfahrer diese Ansage. Mein Sitznachbar war schon etwas verzweifelt. Etwas Zeit um seine Snapchat Story zu füllen…

Die typischen Leiden eines Hamburg Pendlers- wartend auf dem Gleis. Genug Zeit für seine Snapchat Story

Um 16:40 Uhr wurde dann bekannt gegeben, dass ein Ersatzverkehr vom Vorplatz nach Bad Oldesloe fahren werde. Mein Sitznachbar sprang auf, klebte mir einen Zettel auf das Tischchen und schoss ab.

Leiden eines Hamburg Pendlers- Mein Sitznachbar etwas verzweifelt huscht davon und hinterlässt mir eine kleine Botschaft.

Ich packte langsam meine Sachen zusammen und machte mich mit fast allen anderen Leidensgenossen auf dem Weg zum Bus. Das erste Stöhnen ging durch die Masse, als dort ein kleiner Bus ankam in den nicht einmal die Hälfte der Passagiere passten. Der nächste Bus sollte laut Aussage des Personals um 17 Uhr aus Bad Oldesloe nach Ahrensburg fahren. Die Begeisterung war riesig! Natürlich passiert das auch immer nur dann, wenn man früher Feierabend machte. Normalerweise wäre ich zu dieser Zeit bereits in Lübeck gewesen

Kurzerhand entschloss ich mich gegen den Ersatzverkehr und fuhr mit dem nächsten Zug zurück nach Hamburg und zur Arbeit. Warum sollte ich meinte Zeit mit warten verschwenden, wenn ich vielleicht doch noch ein bisschen arbeiten könnte, bis der Streckenabschnitt wieder frei war. 

Zurück bei der Arbeit erntete ich ein bisschen Verwunderung. Das Ende vom Lied: Ich blieb über Nacht in Hamburg bei meiner Schwester, die glücklicherweise dort wohnt.  

Donnerstag 18. Januar 2018 

Donnerstagmorgen kam ich wie gewohnt zur Arbeit und checkte alle paar Minuten die Bahn-App, denn an diesem Morgen schneite es bereits relativ doll. Um 11:36 Uhr das erste kleine quietschrote Ausrufezeichen:

Umgestürzter Baum im Gleis: Auf der Strecke Hamburg Hbf – Lübeck Hbf zwischen Ahrensburg und Bad Oldesloe. Es kommt zu Verspätungen und Ausfällen in beide Richtungen im Regionalverkehr der Bahn.

45 Minuten später wollte ich mein Glück versuchen und machte mich auf den Weg zum HH Hbf, um den Zug um 12:34 zu bekommen (in diesem Moment war mir schon klar, dass dieser Zug nicht pünktlich kommen würde). Lustiger weise war der Zug von 12:04 Uhr noch nicht in HH angekommen, weil dieser bereits 30 Minuten Verspätung hatte.

Leiden eines Pendlers - 30 Minuten verspätung

Dieser kam Glücklicherweise kurze Zeit später, sodass ich mir direkt einen Platz suchte. Ursprünglich sollte der Zug um 12:44 Uhr in Bad Oldesloe ankommen. Um diese Uhrzeit war Bad Oldesloe aber noch lange nicht in Sicht, denn wir standen auf freier Strecke rum. Um 13:22 Uhr erreichten wir nach wirklich sehr sehr sehr stockendem Verkehr den ersten planmäßigen Halt.

Leiden eines Pendlers - oder...? Viel Zeit zum Schreiben im Zug

Zwei Haltestellen trennten mich noch vom Lübecker Hbf. Doch wie es der Zufall will, erneut eine Durchsage vom Personal: „Aufgrund einer Störung auf den Gleisen kurz vor Reinfeld, müssen wir erneut anhalten. Wir bitten um ihr Verständnis.“ Glücklicherweise erreichten wir bereits 10 Minuten später den Bahnhof. Um 13:50 Uhr endlich! Ankunft am Hbf Lübeck, schnell huschte ich los, um den Bus nach Hause noch zu erwischen… doch falsch gedacht! Heute musste ich zu Fuß nach Hause gehen, weil auch in Lübeck der komplette Linienverkehr bis auf Weiteres eingestellt wurde.

Leiden eines Pendlers - jetzt auch noch zu Fuß nach Hause

So schön Hamburg ist, manchmal bringt das Pendeln wirklich keinen Spaß! Gibt es hier noch weitere Leidengenossen? Habt ihr auch Pendler-Geschichten?

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Laura Zingelmann

Schlagworte
  • hamburg
  • Leiden eines Pendlers
  • Lübeck
  • Pendeln
3 Kommentare
  1. Avatar-Foto Christoph Heidrich sagt:
    23. Januar 2018 um 17:29 Uhr

    Ich wohne in Ahrensburg und pendle seit 2003 zum Hamburger Hauptbahnhof. Für die Strecke, die normalerweise 15 bis maximal 25 Minuten dauert (je nachdem ob RegionalExpress oder RegionalBahn), hab ich bisher in jedem Jahr mindestens zweimal 1,5 bis 2,5 Stunden benötigt. Zwar habe ich von Ahrensburg bzw. Hamburg aus die Möglichkeit, auch die U1 zu nutzen, aber auch die fährt manchmal nur ab/bis Volksdorf oder gar nur ab/bis Berne. Einen funktionierenden Schienenersatzverkehr habe ich in den 14 Jahren nicht ein einziges Mal erlebt.
    Von den täglichen 2-15 Minuten Verspätung der Züge will ich gar nicht erst anfangen. Auch nicht, dass 2 Jahre lang aufgrund von Bauarbeiten an der Strecke von 5 Zügen pro Stunde nur 2 fuhren (beide Richtungen). Dabei haben die Arbeiten zum Ausbau der Strecke für die S7 noch gar nicht angefangen. Bis zu meiner Rente (voraussichtlich 2032) habe ich also noch viele Abenteuer vor mir. „Die Bahn kommt … man weiß nur nicht, wann!“

    Antworten
    1. Avatar-Foto Maddin Hamburg sagt:
      28. März 2018 um 20:43 Uhr

      ja es ist schon traurig, mit welchen Erklärungen die DB die ganzen Verspätungen und Ausfälle dem Fahrgast versucht nahezulegen … teilweise sogar viel zu spät, wenn man schon ewig wartet und dann irgendwann die Durchsage kommt oder die Anzeige sich ändert. Was mich aber am meisten wundert: von den regelmäßigen Weichen- und Stromstörungen höre ich bei der Hochbahn eigtl kaum etwas. Als Schnnee lag und es -10 grad waren: die Hochbahn fuhr ohne Verspätungen und im Takt – die RB kam wahrscheinlich noch nicht mal aus der Halle raus … wirklich sehr sehr traurig.

      Antworten
  2. Avatar-Foto Joerg Sievers sagt:
    26. Januar 2018 um 08:22 Uhr

    Es gibt nicht umsonst die s4-initiative.de und früher gab es meine Verspätungsdatenbank Delays.de (inaktiv). Ja, wir kennen diese Leiden und ich seit nunmehr +20 Jahren :-( Auch wenn ich nicht nach Lübeck, sondern nach Ahrensburg wohne, nehme ich lieber die U1, da die zwar länger, dafür aber deutlich zuverlässiger fährt – nur im März wird sie zwischen Volksdorf und Farmsen ersetzt, da wohl an der neuen Station gearbeitet wird…. dann geht das Leiden weiter….

    Antworten

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