Warum das Urheberrecht scheinbar niemanden interessiert!

Jeder Social Media Manager und Blogger kennt das Problem: Für eine gute Content-Strategie braucht man nicht nur kreative Texte sondern auch cooles Bildmaterial. Doch woher die Bilder nehmen, wenn man selbst kein Fotograf ist? Die Verlockung einfach Bilder zu googeln und diese zu verwenden, ist groß. Doch halt! Wer etwas Allgemeinbildung besitzt, weiß, dass diese Bilder urheberrechtlich geschützt sind und nicht für eigene Zwecke genutzt werden dürfen. Zum Glück gibt es zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige Bilddatenbanken, wo man sich Lizenzen erkaufen oder lizenzfreie Fotos downloaden kann.

Das Urheberrecht zum Schutz von Fotografen? Denkste!

Mit ein bisschen fotografischem Talent kann man sein Bildmaterial für Blogartikel auch ganz einfach selbst erstellen. Für Typisch Hamburch und dessen Social Media Kanäle verwende ich beispielsweise nur eigene Fotos oder Pressematerial. Einerseits freut es mich, wenn ich von Euch positives Feedback bekomme. Doch andererseits macht es mich sehr wütend, wenn meine Fotos ohne Quellenangabe auf anderen Blogs und Profilen auftauchen. In letzter Zeit häufen sich diese Fälle. Warum? Scheinbar führt die Offenheit und leichte Verfügbarkeit im Netz dazu, dass einige jegliche Moral vergessen und rechtliche Grundlagen missachten. Fakt ist: Das Urheberrecht von Fotografen interessiert einfach niemanden!

Urheberrecht – who the fuck cares?

Da denkst du dir einen coolen Spruch zu deinem Bild aus, versiehst es sogar noch mit deinem Logo! Und dann entdeckst du dein eigenes kreiertes Werk, was selbstverständlich auch OHNE Logo urheberrechtlich geschützt ist, auf einer anderen Seite! Und das schlimmste: Mein Logo wurde einfach rausgeschnitten!

who the fuck cares

Sreenshot Facebook

Aber das ist noch längst nicht alles! Nachdem ich darauf hingewiesen habe und die Bitte äußere, das Foto zu löschen, wird nicht reagiert oder noch schlimmer: Es wird einfach behauptet, das Foto sei selbst gemacht! Doch die größte Krönung dieses Desasters sind die Kommentare von den Fans der anderen Seite: „Sei kein Spielverderber“ oder „who the fuck cares“ oder „Sei doch froh, dass du hier ein breites Publikum erreichst“ – HALLO??? Welches Publikum bitteschön? Mein Copyright wurde aus dem Bild rausgeschnitten!

Keine Lösung in Sicht?

Wie soll man darauf reagieren? Die Diskussion mit dem „Dieb“ führt zu nichts! Das Foto melden? Wäre eine Option, jedoch löst dies nicht mein Problem. Einen Anwalt einschalten? Ist sehr aufwendig und kostspielig. Also was soll ich tun? Mich weiterhin aufzuregen ist erstens nicht gut für meine Gesundheit und zweitens bringt es nichts, weil es schließlich kaum jemanden interessiert, wer das Foto wirklich erstellt hat.

Mein Fazit

Ich weiß im Moment wirklich keine Lösung. Deswegen frage ich einfach mal Euch: Findet Ihr auch, dass in Online Medien das Urheberrecht zu oft missachtet wird? Wie geht Ihr damit um? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Über Kati

Im Januar 2014 habe ich das Projekt „Typisch Hamburch“ ins Leben gerufen. Seitdem bin ich täglichen in der schönsten Stadt der Welt unterwegs, um über einzigartige Hamburch-Dinge zu berichten.

12 Kommentare

  1. Attia sagt:

    Oh, da schneidest du ein wirklich schwieriges Thema an, Kati. Ich als Fotografin freue mich, wenn Bilder von mir verwendet werden, aber bitte nur in Absprache und möglichst mit Verweis auf meine Seite! Einfach Bilder zu klauen ist ein absolutes No-Go. Schließlich steckt eine Menge Arbeit und durch die Ausrüstung auch eine Menge Geld in so einem Foto. Aus meiner Fotografen-Gruppe weiß ich, dass dieses Problem wirklich häufig vorkommt und einige Fotografen auch schon Anwälte eingeschaltet. haben.

  2. Ulrike sagt:

    Mir ist das nach meinem Wissen noch nicht passiert. Ich würde in einem solchen Fall wohl zunächst eine Mail an den „Dieb“ schreiben und ihn bitten, das Foto zu entfernen. Wenn das nicht klappt, dann sollte der „Dieb“ an den Internetpranger gestellt werden und sein Verhalten ruhig auf Facebook diskutiert werden. Aber bringen wird das nichts. Man müsste mal gucken, ob man das Geld für den Anwalt nicht über Abmahngebühren oder Schadensersatz rausbekommt. Ist auf jeden Fall ziemlich ärgerlich und nervig. Ich wünsche Dir viel Kraft! Liebe Grüße – Ulrike

  3. knightlyart sagt:

    Moin Kati!
    Was für eine bodenlose Frechheit, vor allem die inakzeptablen Kommentare und das der Verursacher das nicht zur Kenntnis nimmt. Ich bin total sprachlos!
    Mir ist das bis jetzt nicht bewusst passiert und leider weiß ich auch keine Lösung für dieses Problem. Sorry!
    Trotzdem herzliche Grüße
    Kirsten

  4. Sabine sagt:

    Leute,die das Urheberrecht verletzen, habe ich bisher immer angeschrieben und meine Erwartung mitgeteilt, dass sie entweder einen Verweis zu meinem Blog aufnehmen sollen oder mich bitte anders bewerben mögen. Das hat bislang immer prima geklappt. Bei mir gab es allerdings auch schon tolle Anfragen über sie Nutzung meiner Bilder ohne Branding – in Zeitschriften und auf CD Covern – inklusive entsprechender Entlohnung

  5. Frau S. sagt:

    Mir ist das auch schon passiert und ich bin zum Anwalt gegangen.
    Der Typ, der mir das Foto geklaut hatte, hat dann erstmal in Frage gestellt, dass das Bild von mir ist, da das Motiv in Berlin ist und ich schließlich in Hamburg wohnen würde… *kein Scherz!*
    Tatsächlich musste ich dann nachweisen, dass es mein Foto ist. Nach meiner Rechtsauffassung hätte ich ja eher ihn das nachweisen lassen. Aber es is halt, wie es is, nech?

    1,5 Jahre später wurde dann in einem Vergleich eine Summe festgelegt, die mein Konto der ganzen Sache unter’m Strich auf -130€ bezifferte. Ich habe also 130€ dafür bezahlt, dass mir ein Foto geklaut wurde. Die Belastung, die ein Rechtsstreit so mit sich bringt, nicht eingerechnet.

    Mein Fazit ist: Das Urheberrecht bringt nur großen Firmen was, die eine eigene Rechtsabteilung beschäftigen. Und in der Gesellschaft ist sowieso alles Allgemeingut, was im Internet verfügbar ist. Traurig, aber wahr.

  6. Melissa sagt:

    Auch noch das Credit rauschneiden, finde ich schon sehr sehr sehr dreist! Und dann noch diese dummen Kommentare darunter. Ich würde den Post zumindest bei facebook melden. Denn wer so etwas dreistes einmal tut, macht es ja immer wieder.

  7. Andreas sagt:

    Ich verstehe den Post ehrlich gesagt nicht ganz. Also zum einen schreibt man idR bei solchen Sachen die entsprechende Person/das Medium direkt an und macht nicht einen auf beleidigt in den Kommentaren, da sind solche Kommentare (wenn auch leider) vorprogrammiert.

    Zum anderen: Was heißt hier „ich“ und „Anwalt einschalten“? Laut Impressum wird dieses Blog von einer Agentur betrieben, die sich auf ihrer Website als Experten für E-Mail-Marketing und Social Media beschreibt. Da wird ja wohl eigener Rechtsbeistand oder zumindest Rechtskompetenz im Haus sein…

    1. Michael sagt:

      Hallo Andreas. Ich kann deine Einwände jetzt nicht so ganz nachvollziehen. Wer sagt dir denn, dass die Person sicherlich auch als erstes angeschrieben wurde? Wenn er dann darauf nicht reagiert und diese Urheberrechtsverletzungen ständig vorkommen, dann ist es sicherlich mehr als nachvollziehbar, dass Katharina „verschnupft“ reagiert.
      Als Fotografin ist sie in erster Linie die Urheberin des Fotos und spricht dementsprechend in der „Ich Form“. Natürlich wäre dann die Agentur diejenige die den Rechtsweg einschreitet. Aber mit Mutmaßungen die Geschichte runter zu spielen oder zu relativieren halte ich nicht gerade für eine feine Art.

      1. Andreas sagt:

        Hallo Michael, da hast du mich falsch verstanden. Ich will die Sache nicht herunterspielen/relativieren. Klau von Bilder (oder wie ich es häufiger erlebe: Texten oder Code) ist ein no-go, klar. Die abschließende Frage ist ja: „Wie geht ihr damit um?“ und da glaube ich einfach, dass der Weg „über die Fans“ nicht glücklich ist (wenngleich ich nachvollziehen kann, dass man versucht, das öffentlich anzuprangern). Ich glaube aber es kommt stets auch auf den Fall an. „Klaut“ eine Privatperson von einer Agentur? Eine Person von einer Person? Ein vermeintlich renommiertes Medium von einem jungen Online-Projekt, etc.

        1. Michael sagt:

          Klar, wie man damit umgeht muss jeder für sich selbst entscheiden. Hier hat jemand ein Bild genommen, das Copyright entfernt, damit seine Reichweite ausgebaut und das „Schulterklopfen“ wissentlich hingenommen.
          Auf die Beschwerde im Posting reagiert er nicht, auf private Nachrichten sicherlich auch nicht. Was bleibt noch? Zum einen weitere Versuche einer außergerichtlichen Einigung und zu allerletzt die Abmahnung. Wer wissentlich so etwas begeht, der kann sich überglücklich schätzen, dass er nur öffentlich angeprangert wurde.

          Ich meine was machst du, wenn jemand das Motorrad deines Freundes klaut. Er dann das Nummernschild abmacht und nehauptet es wäre seins? Schreist du dann „haltet den Dieb“ oder fragst du ihn höflich am Telefon ob er das nicht zurückgibt?
          Beides ist Eigentum und das Delikt ist Diebstahl. Es gibt keinen Grund das zu bagatellisieren, bzw. es ist legitim laut zu schreien „Halt! So geht das nicht hier!“

  8. Lady Stil sagt:

    Jeder der sich im www ein Foto „nimmt“ und es als sein Eigenes darstellt, weiß, dass er damit eine Rechtswidrigkeit begeht! Kann mir keiner erzählen, dass jmd so naiv ist dies nicht zu wissen! Passiert mir gerade bei Insta! I´m not amused! Auf die Nachfrage nach einem #photocredit bisher keine Antwort! Nicht witzig!

    Lieben Gruß,
    Moni

  9. Eine Fotografin sagt:

    Digitales Wasserzeichen, eine ordentliche Rechtsabteilung, Abmahnung.

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