Wir sind heute mit Franziska Kraupner verabredet. Franzi leitet das Hamburger Familienunternhemen „Eichholtz“ in der dritten Generation ihrer Familie. Im Jahr 1932 gründeten Oscar Kraupner und Curt Eichholtz in der Hamburger Speicherstadt die Firma, die hauptsächlich Nüsse, Saaten und Hülsenfrüchte lagerte und bearbeitete. Bis heute sorgt das Logistik-Unternehmen am Hamburger Hafen dafür, dass wir jeden morgen unser Müsli essen  können und abends unsere Nüsse vorm Fernseher snacken können.

 

Was macht Eichholtz aus?

Wir sind sehr stolz darauf, dass wir 1932 gegründet wurden, also schon über 85 Jahre am Markt sind. Trotz des Krieges, des ständigen Wandels und der Digitalisierung! Wir sind bis heute ein sehr traditionelles Unternehmen, das aber die Modernität nicht vergessen hat. Wir haben unseren Ursprung in der Speicherstadt, da ich als kleines Mädchen oft in der Firma war, ist die Speicherstadt für mich jedes Mal „Nach Hause kommen“. Es ist heute selten, dass Unternehmen auf eine so lange Tradition zurückblicken und nach so langer Zeit weiterhin in Familienhand sind. Es ist toll, dass wir ein Teil des Hafens sein dürfen. Wenn die Schiffe ankommen,  entladen wir sie direkt vor Ort. Wer morgens sein Brötchen oder Müsli isst, der kann das oft nur, weil wir die Logistik-Kette dazu angeboten haben.

Erzähl doch mal Franzi, …

… was war dein Traumberuf, als du ein Kind warst?

Als Kind hatte ich viele verrückte Berufsideen, aber später wollte ich immer in die Werbung oder die Eventbranche.

Für welche Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten?

Für eine gesunde Familie, für tolle Freunde und dafür, dass ich meinem Hobby, dem Reiten, nachgehen kann und natürlich für diesen Sommer. *lacht*

Was war die beste Entscheidung in deiner beruflichen Laufbahn?

Den Schritt gewagt zu haben und bei Eichholtz angefangen zu haben. Aber auch, dass ich davor viel im Ausland unterwegs war und dadurch noch mal verschieden Blickwinkel auf Deutschland, das Leben und die Arbeit bekommen habe und mich sprachlich weiterentwickelt habe.

War für dich schon immer klar, dass du das Familienunternehmen übernimmst?

Ein klares Nein! ich wollte nie die „Tochter vom Chef“ sein, mit all den Vorurteilen die dazu gehören. Ich habe woanders gelernt und wollte ursprünglich was anderes machen. Ich wollte immer Marketing bei Bacardi machen. Und mein Mann meinte dann: Komm probiere es doch wenigstens mal. Mein Vater war zu dem Zeitpunkt gerade dabei einen Nachfolger zu suchen. Da ich auch immer eine sehr gute Verbindung zu meinem Vater hatte und diese nicht aufs Spiel setzen wollte, habe ich den Schritt dann gewagt.

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?

Die netten Kundengespräche.

Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?

Für meine Kinder, sonst aber auch gar nicht. *lacht*

Was waren früher dein liebsten Schulfächer?

Kunst und Erdkunde.

Auf was könntest du in deinem Leben nicht verzichten?

Auf meine Familie, meine Freunde und meine Pferde.

Hamburg, meine Perle

Was macht dich zum echten Hamburger? 

Dass ich in Hamburg geboren bin, dass ich Hamburg sehr liebe und es auch nie satt werde, Hamburg neu zu entdecken und zu erkunden.

Das beste Fischrestaurant?

Das Porto Novo – wegen der tollen Lage und dem super Blick auf die Alster.

Was sollte jeder Hamburger Touri mal gemacht haben?

Man sollte unbedingt mal auf die andere Seite vom Elbtunnel spazieren, auf den Michel gehen – wegen der super Aussicht! Was ich noch empfehlen kann, ist mit einer HVV Fähre die Elbe runterzufahren.

Das verbindest du mit Hamburg:

Den Hafen, Internationalität und es ist eine Mischung aus gehoben und trashig.

Warum ist Hamburg besser als Berlin oder München?

Weil es eine sehr angenehme Größe hat. Hamburg ist nicht so uniformiert wie München und sehr variantenreich. Berlin wäre mir zu groß und mich würde es stressen, dass das es ständig etwas Neues gibt.

Was ist dein Lieblingsviertel in Hamburg?

Früher Winterhude und jetzt Barmbek. Ich mag diesen Wandel und die Mischung, wenn Alster Klientel auf Arbeiter Klientel trifft. Winterhude wurde mir irgendwann zu hip.

Lieblingsorte in Hamburg?

Der Entenwerder Deich. Der tolle Blick vom „George“ oder „The Fontenay“, an der Alster spazieren gehen und der Lohsepark in der Hafencity.

Was findest du besser?

Typisch Hamburch ist für dich…

… die klare, direkte Art und der Hamburger Schnack.

Wen sollte ich für Typisch Hamburch noch unbedingt interviewen?

Thomas Cotterell, Herr Heik von Heik Immobilien, Die Hafenlöwin – Frau Zehle.

Was gibst du unseren Lesern mit auf den Weg?

Dass man nie aufhören sollte, die Stadt zu erkunden. Setzt euch einfach mal in eine der vielen Doppeldecker Busse und seid Touri in der eigenen Stadt.